Das Märchen vom kleinen Sternchen

Moderator: Boromirs Bride

Antworten
Benutzeravatar
musta jää
Faramirs Tröster
Faramirs Tröster
Beiträge: 119
Registriert: 10.11.2009, 18:40

Das Märchen vom kleinen Sternchen

Beitrag von musta jää » 14.04.2010, 20:58

Das Märchen vom kleinen Sternchen




Es war einmal ein kleines Sternchen, das träumte schon als Kind davon, einmal ein großes Sternchen zu werden.

Ein ganz großes und schönes und starkes Sternchen!

Sein Papa war selbst ein großer Stern und leuchtete hell, wenngleich nicht ganz so hell wie andere Sterne, aber immerhin! Hell genug, um dem kleinen Kindsternchen ein schönes und goldenes Leuchten zu vererben.

Und das kleine Sternchen wuchs wohlbehütet auf und sein Papa achtete darauf, dass es immer schon blitzblank geputzt war und immer heller leuchtete!

Eines Tages ging der Papastern mit dem kleinen Sternchen zu einem königsblauen Himmel und fragte den alten Stern dort, der noch ein bisschen matt vor sich hinleuchtete, aber gerne junge Sternchen um sich hatte, ob an diesem Himmel noch ein Plätzchen frei wäre für einen jungen schönen Stern, aus dem sicherlich mal ein großer prachvoller Stern, vielleicht sogar ein Fixstern, werden würde.

Aber sicher doch, sagte der alte Stern und hängte das kleine hübsche Sternchen an den blauen Himmel und ein paar noch jüngere und kleinere Sternchen außenrum, und der kleine Stern wurde größer und größer und schöner und schöner und freute sich! Er hatte genug Platz zum Leuchten, und obwohl er noch nicht so richtig strahlte, hatten ihn doch alle anderen Sterne an diesem Himmel lieb und halfen ihm und putzten ihn, dass er auch schön funkelte. Und das Sternchen fühlte sich auch lange Zeit wohl. 3 Lichtjahre lang.

Aber er wollte noch größer und schöner werden und eines Tages war der königsblaue Himmel nicht mehr groß genug, er wollte noch mehr Himmel, denn: Je größer der Himmel, desto mehr konnte er leuchten! So dachte der junge Stern.

Und sein Papa hängte ihn ab und ging zu einem anderen Himmel, der schon von weitem hell strahlte, denn es war ein Himmel, speziell für Sterne, so sagte man, und ein blankgeputzter silberner Stern hing über dem Himmel, und der junge Stern sagte: DAS, Papa, ist MEIN Himmel! Da will ich hin, da wollte ich schon immer hin, das ist es!


Und er ging mit seinem Papa zu einem dicken alten Stern, der sich über alle Maßen freute, dass so ein junger und starker und hübscher Stern zu seinem Himmel kommen wollte und hängte ihn gleich auf, genau in die Mitte des silbernen Himmels, und das Sternchen strahlte und rief: Endlich bin ich richtig! Ich bin der schönste Stern hier! Der beste! Der schönste! Schaut mal, ihr anderen Sterne, euch werd ich es richtig zeigen im nächsten Lichtjahr!

Und alle waren stolz auf das Sternchen und freuten sich mit ihm.

Dann aber kam die lange Nacht, vor dem kürzesten Tag. Und der dicke alte Stern sagte: Du leuchtest ja schon schön, zugegeben, aber es ist trotzdem noch nicht hell genug. Wir brauchen, damit es richtig hell wird, eine Sonne!

Und das Sternchen dachte, das kann man mir doch nicht antun, man hat mir doch versprochen, dass ich jetzt endlich leuchten darf, und jetzt das...aber vielleicht ist das ja auch alles nur Gerede.

Aber es war kein Gerede.

Kurz vor dem kürzesten Tag kam der alte dicke Stern und neben ihm leuchtete, alles überstahlend, ein Stern, der so hell war, dass der kleine junge Stern seine Augen zuhalten musste, sonst wäre er geblendet worden. So hell leuchtete dieser Stern, der stark war und nicht mehr so jung wie der kleine Stern, dass er fast eine Sonne war. Und der dicke alte Stern sagte: Rück mal zur Seite hier, am Himmel, wir brauchen den besten Platz für unseren neuen Fixstern, für unseren Superstern, du darfst neben ihm leuchten. Aber er darf jetzt auf dem Platz stehen, wo du ihm den Platz schon vorgeglüht hast. Sei froh, Sternchen, dass du am gleichen Himmel sein darfst wie dieser Stern hier!

Und der Superstern funkelte und leuchtete und klopfte dem kleinen Stern väterlich auf die Schulter und alle anderen schauten nur noch den Superstern an und der kleine Stern rutschte zur Seite, und als keiner mehr hinsah, da weinte der kleine Stern, ganz bitterlich, und bereute, dass er vom königsblauen Himmel weggegangen war, wo ihn alle liebgehabt hatten. Und sein Papa kam und sprach ihm Mut zu und sagte, dass seine Zeit schon noch kommen würde. Aber wann?

Und so funzelt der kleine Stern nun im Schatten des großen Supersterns vor sich hin. Aber er hat sich vorgenommen, bei dem großen Stern zu schauen, wie der das macht, dass er so hell leuchtet, und: Irgendwann, irgendwie wird es passieren, so sagt sich der kleine Stern. Da hol ich den Superstern vom Himmel und er wird verglühen, und ich, ich werde der neue Superstern werden.

Irgendwann.

Falls ich so lange durchhalte und der Superstar mich nicht verglüht.



Finis



Aktuelles Update: Der große Stern hat einen Wackelkontakt. Er blinkt. Mal hell, mal ist er gar nicht mehr zu sehen. Das kleine Sternchen freut sich sehr. :D Es leuchtet nämlich bescheiden, aber beständig. Und einige haben schon zum Himmel geguckt und gesagt, hey, habt ihr DAS kleine Sternchen da schon gesehen? Das ist ja ein hübsches Sternchen. Das wird mal ein ganz großer, schöner Stern! Den sollten wir weiter beobachten, ja, das sagen die Sterngucker. Und Recht haben sie!
Ei paska punniten parane.

Benutzeravatar
Lacrima
Saurons Spielzeug
Saurons Spielzeug
Beiträge: 5222
Registriert: 02.09.2003, 16:43
Wohnort: Unendliche Weiten des Himmels
Kontaktdaten:

Re: Das Märchen vom kleinen Sternchen

Beitrag von Lacrima » 15.04.2010, 00:43

:D

Ich mag Sterne - und deine Geschichte mag ich auch. :D


*dem Sternchen ganz fest die Daumen drück*


(Ich nehme an, du bist grad im Lampen-aufhäng-Wahn? :lol:)
"Nerf the rock, paper is fine."
Scissors

Benutzeravatar
musta jää
Faramirs Tröster
Faramirs Tröster
Beiträge: 119
Registriert: 10.11.2009, 18:40

Re: Das Märchen vom kleinen Sternchen

Beitrag von musta jää » 15.04.2010, 07:46

*lach* danke!

Nein, Lacci, ich bin nicht der finnischen Dunkeldepression verfallen :zwinker: , aber das kleine Sternchen mag ich auch. Den großen Stern mit Wackler aber auch! :mrgreen:
Ei paska punniten parane.

Benutzeravatar
Evala
Haldirs Flötenspieler
Haldirs Flötenspieler
Beiträge: 837
Registriert: 26.12.2002, 17:18
Wohnort: Schatten der Nacht
Kontaktdaten:

Re: Das Märchen vom kleinen Sternchen

Beitrag von Evala » 20.04.2010, 20:05

Sehr süß...*schmunzel* Hab das auch gleich mal meinem Neffen vorgelesen...der mich ganz entgeistert gefragt hat...Wo zur Hölle ist Spongebob....hab ihm dann erklärt...nix Schwammkopf...nach einem :roll: auch von ihm DAUMEN HOCH! *lach*

Benutzeravatar
Niniel
Saurons Spielzeug
Saurons Spielzeug
Beiträge: 8564
Registriert: 25.06.2002, 21:43
Wohnort: Asgard

Re: Das Märchen vom kleinen Sternchen

Beitrag von Niniel » 21.04.2010, 17:40

Aw - da kann ich mich nur anschließen. Eine ich-mag-sie-auch-Geschichte. Und ich mag den kleinen Stern und dessen Papa, der ihm Mut macht. Wirklich eine schöne Feierabendgeschichte.

@Evala: Mein Neffe würde das wohl auch fragen *lach*.
Bild

Benutzeravatar
dark bat
Saurons Spielzeug
Saurons Spielzeug
Beiträge: 6542
Registriert: 14.02.2003, 21:15
Wohnort: Sachsen - und stolz drauf!

Re: Das Märchen vom kleinen Sternchen

Beitrag von dark bat » 23.04.2010, 15:39

Die Geschichte ist ja süß.

Und - was mir vor allem gefallen hat - vielseitig interpretierbar. SEEEHR vielseitig.

Schön!
Yaphit: If we match the deflector amplitude to the quantum wave function, it should compensate for any field instability
LaMarr: I like when you talk dirty


The Orville

Benutzeravatar
musta jää
Faramirs Tröster
Faramirs Tröster
Beiträge: 119
Registriert: 10.11.2009, 18:40

Re: Das Märchen vom kleinen Sternchen

Beitrag von musta jää » 24.04.2010, 09:09

Vielen Dank auch euch!

Nein, Sponge Bob kam jetzt nicht soooo direkt drin vor :lol: , ich merk es mir aber mal vor, wer weiß, ich kann mir eine Sponge-Bob-Geschichte DURCHAUS vorstellen, mitsamt Patrick. Auch da ist vieles reininterpretierbar, höhö!

Für alle, die nichts reininterpretiert haben, mal die "Auflösung": Das ist ein Formel-1-Gleichnis. Mercedes GP lässt grüßen. :pfeif: Und das Sternchen leuchtet ganz schön hell mittlerweile, wer hätte das gedacht. Nicht mal ich. *zugeb*
Ei paska punniten parane.

Antworten

Zurück zu „Eigene Geschichten - jugendfrei“