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     Betreff des Beitrags: Le lacrime amare
    BeitragVerfasst: 05.03.2007, 20:53 
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    Wohnort: Schatten der Nacht
    Le lacrime amare
    (Die bitteren Tränen)

    Autor: Evala
    Rating: PG-13
    Pairing: Surprise allerdings Fem Slash! Aber nur sehr vage angedeutet.
    Kommentar: Inspiration hierfür war Anne Rice „Pandora“. Für mich ist die Gefährtin von Marius eine Seele, die geradezu zur Dramatik einlädt. Nachdem ich das Buch gelesen hatte wollte ich sie glücklich sehen J!

    Es war Nacht. Kein Laut war zu hören. Alles still. Die Vögel und Tiere des Waldes hatten sich längst zur Ruhe gebettet und schliefen tief. Kein Wind störte die Idylle der Nacht. Wie einsame Diamanten glitzerten die Sterne am wolkenlosen Himmel der Dunkelheit. Herr Mond war gut am Himmel zu sehen. Gar unirdisch sah er aus. Der größte Diamant unter dem weißen Gold des dunklen Mantels.
    Die Bäume hielten stille Kunde von tiefer Trauer und seliger Freude. Warm war die Nacht. Frau Sommer erlaubte dem Boden in prächtigen Grün zu schimmern. Saftig lag es da im Angesicht der alten Frau Dunkelheit...

    Doch es trog. Die Szenerie veränderte sich. Keine Wärme. Kälte. Kaltes Grau beherrschte den Boden. Kein Grün war zu sehen. Laternen hielten stille Wache wo einst alte Bäume Zeugen der Menschheitsgeschichte gewesen waren.
    Häuser ragten empor. Der Putz bröckelte bereits ab. Der Himmel mit Wolken verzogen regnete wie es lang nicht mehr geregnet hatte.

    England. Das Land ohne Sonne. England, ihr Land ohne Hoffnung. So oft war die Schöne hier gewesen und jedes Mal war es schimmer gewesen.

    Das Kleid klebte an ihren Schultern. Das dunkle Haar ewig dazu verdammt so lang zu sein hing an ihr wie ein Netz giftiger Spinnen. Bleich war sie. Bleich wie der Tod. Blau die vollen Lippen der kleinen Frau.

    So erfroren wie der Geist, der in ihrem Körper wohnte. So viel hatte sie ertragen müssen. So viel hatten sie der jungen Frau alten Geistes aufgebürdet. Mächtig und grausam zu gleich war das Leben und der Tod zu ihr gewesen. Und doch hatten sie beide angezogen wie eine Mücke das Licht.

    Wie herrlich war es doch gewesen das Leben zu kosten. Wie schön. Bei schön fiel ihr immer nur er ein. Er war in der Welt schön gewesen aus der sie kam und er würde noch in der Welt schön sein die sie noch nicht kannte. Seidiges blondes Haar zierte sein Haar. Aristokratische Gesichtzüge schmeichelten den hohen Wangenknochen.

    Seine Größe wäre auch heute noch eine Ausnahme. Er überragte sie um gut zwei Köpfe. Der Körper musste noch genau so aussehen wie früher. Konserviert in der Blüte seiner Jahre war er das Ebenbild jenes Schönheitsidial aus einer längst vergessenen Zeit.

    Ihrer Zeit. Ihr Leben. Ihr Tod. Sie stand vor einer Kirche. Mächtig war die Statue, die strafend auf sie herabblickte. Der Baustil erinnerte sie an ihre Heimat. An Verona.

    Ihre Piazza.

    So schöne Verzierungen. So alt. Von Menschenhand gemacht. Lange Stunden mussten dafür nötig gewesen sein. Mit viel Vorsicht und Liebe zum Detail hatten englische Baumeister die Verzierungen erstellt.

    Hier und da erkannte sie kleine Fehler. Niemand sonst würde sie sehen. Der Regen fiel. Wie durchsichtiges Gold regnete er zu Boden um im Grund der Steine zu vergehen.

    Da wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Hinter ihr stand jemand:
    „Komm nach Hause, Liebes.“

    Ihre Stimme war rau und verriet, das sie einige Zeit im Schutze der Nacht gesucht haben musste. Als sie sich umdrehte sah sie es.

    Das Kleid ihrer Gegenüber klebte am bleichen Körper wie es an ihrem klebte. Hochgewachsen war sie. Hochgewachsen wie es die Frauen des Nordens nun mal sind. Rotes Haar wallte über breite Schultern.

    Dem Feuer gleich schien es in regnerischer Dunkelheit.

    „Wie hast du mich gefunden?“

    Ihre Gegenüber lächelte. Schwer fielen Gefühlsregungen. Umso älter ihre Art wurde um so steifer wurde das Gesicht. Genau musste man hinsehen wenn man etwas im Gesicht der Alten lesen wollte.

    „Deine Trauer hat mich zu dir geführt.“

    Sie nickte. Ja, sie hatte sehr laut gedacht. Dann war ihre Gegenüber nah. Dicht spürte sie die größere Frau an sich. Blaue Augen sahen sie an. Sie wusste, das diese nicht ihre eigenen waren. Einer der ihren hatten sie der Alten gegeben.

    Sie schmiegte sich in die Umarmung. Suchte halt.

    „Wieso?“

    Eine einfache Frage.

    „Das weißt du doch.“

    Wieder nickte sie. Die Alte hatte sich stets gesorgt. Hatte mit ihr die Sorgen und Probleme geteilt.

    Der Kuss kam nicht überraschend. Kühle Lippen trafen ihre. Eine Zunge emflammte Feuer in einem Körper in dem schon tausende Jahre kein Herz mehr schlug.

    _________________
    Der glücklichste Mensch der Welt hat zwar Ärger aber er lässt ihn kalt.


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     Betreff des Beitrags: Re: Le lacrime amare
    BeitragVerfasst: 05.03.2007, 20:53 
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    Wohnort: Schatten der Nacht
    Als sie sich trennten sah sie ihre Gegenüber an.

    „Bring mich nach Italien. Bring mich nach Hause. Bring mich nach Verona.“

    Enger wurde die Umarmung. Fast schmerzhaft war sie. Dann spürte sie den Schmerz. Süß war er. Hitze brachte er. Die Kälte Londons vergessen lies sie sich auf das Zusammensein ein.

    Ihre Augen waren geschlossen. Nur fühlen wollte sie. Der Rausch war unglaublich. Sie wollte schreien. Doch konnte sie nicht. In diesem Moment hätte sie der anderen alles gegeben.

    Ihren Körper.

    Ihr Leben.

    Ihre Seele.

    Dann trennten sie sich voneinander. Sie sah sich um. Lächelte. Oh, ja das wollte sie sehen.

    Warm war es. Grün das Gras unter ihren Füssen. Als sie zum Himmel empor schaute sah sie die Sterne. Wertvollen Diamanten gleich hielten sie Parade am Dunkel des Himmelszelt. Sie wollte tanzen.

    Sah ihre Gegenüber an. Die lächelte nun offen.

    „Das ist es doch was du wolltes, Pandora.“

    Sie lachte aus tiefster Seele. Ja, hier wollte sie die nächsten Jahrhunderte verbringen. Sie wollte das Leben wieder erfahren. Sie wollte wieder leben.

    „Ja, das wollte ich, Maharet. Danke.“

    The End

    _________________
    Der glücklichste Mensch der Welt hat zwar Ärger aber er lässt ihn kalt.


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