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     Betreff des Beitrags: Als Hexe verleumdet (Arbeitstitel)
    BeitragVerfasst: 14.02.2007, 21:07 
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    Nachdem ich gerade beim Aufräumen in meinen Word-docs war, bin ich über eine angefangene Geschichte gestolpert, die mittlerweile auch schon wieder seit über ´nem Jahr vor sich hin dümpelt... noch dazu ziemlich am Anfang *seufz*. Ich poste sie mal hier in der Hoffnung, dass ich endlich mal weitermache... *flöt*

    Gepostet hatte ich sie seinerzeit schon im "Außenposten", daher mag der eine oder die andere diese bisherigen Zeilen bereits kennen. <img src="smile.gif" border="0">


    Titel: Als Hexe verleumdet (Arbeitstitel)
    Autor: Boromirs Bride
    Hinweis: Meine Idee, meine Figuren, nix gehört Tolkien *gg* (dass ich SOWAS mal behaupten können würde, hätte ich nie gedacht *lach*)



    Die Nacht ist nahe und das fahle Licht des Mondes dringt durch die eisernen Stäbe, welche in der kleinen Maueröffnung eingelassen sind. Vor mir liegt ein kleines Stück trockenen Brotes und ein wenig Wasser in einer abgegriffenen hölzernen Schale. Sie haben es mir hingeworfen wie einem Hund. Seit vier Tagen schon friste ich mein Dasein hier in diesem winzigen Verlies, ohne einen anderen Menschen als den Soldaten, welcher mir Tag für Tag das klägliche Mahl vorsetzt, gesehen zu haben.

    Sie sagten, sie werden mich bald holen. Sie werden mich in die große Halle im Hause des Rates der Stadt führen. Dort soll ich befragt werden nach meinen teuflischen Künsten, für welche mich missgünstige Menschen vor dem Rate zur Anklage brachten. Doch habe ich keinerlei Wissen, wer mich verdächtigt hat, und noch viel schlimmer ist das Warum, das ich nicht beantworten kann. Wem habe ich jemals etwas zuleide getan? Nie habe ich je einer Menschenseele Schaden zugefügt, nie habe ich jemals einen Menschen betrogen oder belogen, noch über jemanden schlecht gesprochen. Ich habe mein Leben gelebt, sei es zuweilen noch so trostlos gewesen, doch war ich stets darauf bedacht, mich mit dem Wenigen, das ich hatte, zufrieden zu geben. Ich bin keine Frau aus reichem Hause, ich bin eine der vielen, welche einen beträchtlichen Teil ihrer Ernte dem Lehnsherrn abzugeben hat. Ich arbeite, um zu leben, nicht, um anderen Menschen zu schaden.

    Ach, hätte es doch vor vielen Jahren der Tod geschafft, mich zu sich zu holen. Er sandte mir einen seiner Boten, den Scharlach, der mich darniederraffte, damit der Tod ein leichtes Spiel mit mir haben mochte. Doch war mein Glaube immer stark gewesen, so auch damals, als ich ein Kind gewesen und der Tod schon vor meiner Türe stand. Ich erfuhr die Gnade der Genesung und wurde nach schwerem Siechtum schließlich wieder gesund. Doch wofür? Um nun dem schrecklichsten aller Tode ins Angesicht zu blicken? Ich weiß mir keinen Ausweg, keine Hilfe, wie ich meine Unschuld vor den alten Männern des Rates darlegen könnte. Wieviele Frauen vor mir mögen diese Worte gesprochen haben und fanden den leidvollen Tod auf dem Scheiterhaufen?

    Mich schauderts, wenn ich allein daran denke. Ich vermag nicht über die Qualen nachzusinnen, die mir drohen.

    Als vor Tagen die Soldaten des Rates kamen und mich holten, hätten sie doch erkennen müssen, dass ich keinerlei Hexenzeug in meiner Hütte zu liegen hatte. Doch sie folgten ja nur ihren Befehlen. So kann ich ihnen keine Schuld zuweisen, wohl aber den alten Männern, welche sich das Recht herausnehmen, über Frauen allein auf jedwede und unhaltbare Hinweise hin zu urteilen. Sie behaupten, gegen das Böse zu wirken, doch sollten eben diese Menschen vor ihrer eigenen Türe kehren. Viel Lug und Trug haben sie vollzogen, arme Leute wie mich um gutes Geld gebracht. Doch diese Männer haben die Macht, Gott weiß warum, sich dennoch ob ihrer bösen Taten erhaben zu wissen und über andere Menschen zu richten. Und sie werden reicher und reicher, denn so sie einen Verurteilten seinem Schicksal überlassen, ziehen sie all seine Habe ein und jagen die Familie der armen Seele davon.

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     Betreff des Beitrags: Re: Als Hexe verleumdet (Arbeitstitel)
    BeitragVerfasst: 14.02.2007, 21:08 
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    Registriert: 25.06.2002, 15:15
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    Ach, könnte ich doch die Zeit zurückdrehen, zurück in die Tage der Unbeschwerdheit, als ich bei Mutter und Vater lebte. Die Eltern waren brave Leute. Sie hatten es nicht leicht, mussten sie sich doch krankschuften für den Landesherrn, Fürst Ludowig. Er war grausam im Wesen und schickte an jedem ersten Tag im Monat seine Mannen über Land, um von den Bauern den Zehnt einzutreiben. Und es war ihm gleich, wenn dieser Tag auf den Tag des Herrn fiel, wenn die Bauern sich versammelt hatten, um zu Gott zu beten. Sie trampelten alles nieder und griffen sich, was sie fanden. Sie hatten leichtes Spiel, niemals hätte es ein Bauer gewagt, sich aufzulehnen gegen die bewaffneten Soldaten. So ließ sich das Dorf wie alle anderen Dörfer auch schröpfen bis zur Neige.

    Und wenn die Tage kälter wurden und die Natur in ihr goldbraunes Blättergewand sich kleidete, hatten immer einige den Mut, einen Teil der Ernte in immer neuen Verstecken zu horten. Doch schon oft wurde mancher Soldat einer solchen Tat gewahr, sei es durch Verrat eines Knechtes, der sich aus Verzweiflung eine Belohnung erhoffte, mit welcher er dann fortgehen konnte in bessere Gefilde, oder sei es, weil einige Soldaten die Eingebung hatten, hier und dort genauer zu suchen. Und war dann erst ein Versteck ausgemacht, so ging des dem Bauern samt seiner Familie schlecht. Sie wurden gebunden und hinter den Pferden hergeschleift. Doch war uns niemals zu Ohren gekommen, wie Ihr Schicksal weiter verlaufen war. Ob sie in den Kerker geworfen oder gar getötet wurden; wir vermochten es nicht zu ahnen, so blieb uns nur, für die armen Seelen zu beten, und das taten wir.

    Und so geschah es eines Tages einmal mehr, dass die Horde des Fürsten über unser Dorf herfiel. Mit Schrecken denke ich daran zurück. Es war Herbst und ich war gerade acht Lenze alt. Und sie hatten sich unser Haus auserkoren, um nach neuen Verstecken zu suchen. Ich konnte in den Augen der Eltern lesen, dass sie von Angst gepeinigt waren, doch versuchten sie, dies vor den Plünderern zu verbergen. Mutters Blicke wanderten unsichtbar für des Fürsten Mannen zu der Wand, welche den Wohnraum von der Schlafkammer trennte. Doch ich erblickte nichts, was sich der Aufregung lohnend erwiesen hätte. Es war nichts an der Wand. Sie leuchtete nur in frischeren Farben als die anderen, denn Vater hatte sie einige Tage zuvor erneuert. Er sagte, dass die alte Verbretterung morsch geworden sei und kurz vor dem Einbruch stünde. Und so baute er eine neue Wand, die jedoch dicker war als die alte, und einen schmalen Hohlraum aufwies. Und da kam mir der Gedanke, dass nicht an, sondern in der Wand sich etwas befinden musste, welches den Blicken anderer Leute entzogen bleiben musste.

    Mutter drückte mich rücklings gegen sich, ihre Hände schützend und fest auf meine Schultern gelegt, ja fast krallte sie sich in mein Fleisch. Doch ich biss mir auf die Lippen und unterdrückte den in mir aufkeimenden Schmerzensschrei. Ich wusste, dass ich um nichts in der Welt die Aufmerksamkeit der Fremden durch ein ungewöhnliches Geräusch zu mir lenken durfte. Ich musste Mutter und Vater beschützen, und ich tat es, indem ich keinen Mucks tat. Ich spürte mein kleines Herz bis in den Kopf schlagen, und ich spürte das Herz meiner Mutter in ihren Armen. Ich hatte Angst, dass die Männer unser beider Herzschlag gewahr würden, so laut wie es pochte. Doch nichts dergleichen geschah.

    Und nach endloser Zeit verließen die Soldaten unsere Hütte, jedoch nicht, ohne Vater auf den Boden zu werfen und mit ihren schmutzigen Händen sich an Mutter zu vergreifen. Ihre Finger krallten sich fester in meine Schultern und ich kniff meine Augen zu. Doch sie ließen schnell von ihr ab, als der Kommandant nach ihnen rief. Er musste in der Dorfmitte gewacht haben und rief nun zum Aufbruch.

    Vater erhob sich wortlos und Mutters Körper begann zu beben. Dann wurde ich gewahr, dass sie schluchzte. Vater kam zu uns herüber und umarmte uns.

    "Es ist vorbei. Es ist vorbei. Sie haben nichts gefunden. Sie sind fort", flüsterte er Mutter beruhigend zu. Und dann begannen wir Ordnung zu schaffen. Die wenigen Möbel und kleineren Gegenstände, die wir unser Eigen nannten, lagen über den ganzen Boden verteilt. Aber es dauerte nicht lange und es sah schnell so aus, als ob nichts geschehen war.

    Als Vater durch das kleine Fenster nach draußen sah und feststellte, dass die Soldaten endlich fort waren, ordnete Mutter ihre Kleider, rieb sich die Spuren ihrer Angst aus ihrem schönen Antlitz und griff den alten Holzeimer, um Wasser zu holen.

    Auf dem Wege nach draußen beugte sie sich zu mir hinab und sagte: "Meine Kleine, heute ist der Tag des Herrn, ich hole nun Wasser und wir beide kochen eine leckere Suppe." Dann küsste sie meine Stirn und verließ die Hütte.

    Das war das letzte Mal, dass ich sie sah...


    - tbc (hoffentlich... <img src="wink.gif" border="0"> ) -

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     Betreff des Beitrags: Re: Als Hexe verleumdet (Arbeitstitel)
    BeitragVerfasst: 14.02.2007, 21:11 
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    Gandalfs Stabschnitzer
    Gandalfs Stabschnitzer

    Registriert: 19.04.2004, 23:46
    Beiträge: 523
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    Dann schreib aber mal weiter. Jetzt will ich doch wissen, welcher miese Sack der Grund ist, warum sie im Kerker sitzt und ob sie auch noch rauskommt.

    Gefällt mir bis hierher.

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    QUERSTREIFEN MACHEN DICK - ABER WER ISST SCHON QUERSTREIFEN?


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     Betreff des Beitrags: Re: Als Hexe verleumdet (Arbeitstitel)
    BeitragVerfasst: 15.02.2007, 12:22 
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    Elronds Augenbrauenzupfer
    Elronds Augenbrauenzupfer

    Registriert: 26.01.2003, 12:40
    Beiträge: 1805
    Schreib unbedingt weiter!! Der fesselnde Schreibstil fasziniert mich und ich konnte richtig mit der kleinen mitfühlen. Ich würd mich über eine Fortsetzung freuen =)

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    Niemand ist so verrückt, dass er nicht einen noch verrückteren findet, der ihn versteht!


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     Betreff des Beitrags: Re: Als Hexe verleumdet (Arbeitstitel)
    BeitragVerfasst: 16.02.2007, 18:05 
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    Registriert: 14.02.2003, 21:15
    Beiträge: 6539
    Wohnort: Sachsen - und stolz drauf!
    Und nun?

    Da sind wir aber schön "angefüttert" worden...und nun möchten wir wissen, wie´s weitergeht...
    Warum ist sie im Kerker? Und noch dazu als Hexe.

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