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 Betreff des Beitrags: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 29.06.2009, 18:05 
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Haldirs Flötenspieler
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Nun ja, ihr werdet hier keinen bekannten Charktere finden, sondern frei erfundene, aber dies alles spielt in mittelerde, wie der Titel auch schon vermuten lässt, deswegen denke ich, dass es hier gut aufgehoben ist :)

Entstanden ist diese Geschichte durch HDR online, denn ich wollte zu meinem Charakter (er heißt Artholon) eine richtige Geschichte schreiben.

Nun ja, ich fang einfach mal an


Breeland, nördliche Breefelder, ein gut aussehendes Haus mit schönem Grundstück.
Wir schreiben das Jahr 2956 des dritten Zeitalters in Mittelerde und es ist ein heißer Juni. Eine junge Frau und ihr Gatte sitzen unter dem Vordach. Sie leben hier schon seit einigen Jahren, seit ihrer Hochzeit, aber sie sind immer noch alleine. Der Segen von Nachwuchs hat sich bei ihnen immer noch nicht eingestellt.

Dabei waren sie wohlhabende, angesehene Menschen in Breeland, hatten ein großes Haus und viel Platz und den innigen Wunsch nach Kinderlachen, aber es war ihnen nicht vergönnt.

Noch nicht, denn sie ahnten ja nicht, dass ihr Wunsch schneller in Erfüllung gehen würde, als sie sich denken konnten.
Wenn auch in etwas anderer Form.

Hufgetrappel war bereits aus der Ferne zu hören und Meinulf lauschte auf, er erwartete keinen Besuch, aber da sich im Umkreis ihres Hauses keine weiteren Nachbarn befanden und die Straße gen Norden auch einige Ecken entfernt lag, konnte es sich nur um einen herannahenden Besucher handeln.

"Wer mag uns wohl an einem solch heißen Tag die Ehre seines Besuchs erweisen…." sprach Marja, die nur kurz von ihrer Handarbeit herauf sah.
"Das frage ich mich auch, ich denke, ich werde ihm ein Stück entgegen gehen…" Schon war Meinulf aufgestanden und ging eines langsamen Schrittes in Richtung ihres Zauns, der ihr Grundstück begrenzte und außerdem ihre drei Pferde davon abhielt, das Weite zu suchen.
Marja sah ihm seufzend hinterher und wischte sich die feuchte Stirn ab.

Kurz sah sie zu ihrer Näharbeit, bevor sie sie zur Seite legte. Es war eine Hose, eine, wie sie sie sonst für ihren Mann nähte, aber diese hier war um einiges kleiner. Sie wünschte sich immer noch ein Kind und bereitete sich so darauf vor, sollte sich der Wunsch doch noch erfüllen.

Die Hufgeräusche wurden lauter und schon sah sie Meinulf an der Seite eines Reiters, der in der Amtstracht von Bree gekleidet war. Niemand anderes als ein Bote des Bürgermeisters, mit dem sie gute Bekannte waren.

Marja stand sofort auf, nickte ihrer Magd zu, die bereits aus dem Haus geeilt war und schritt dann lächelnd auf die beiden Männer zu.

"Alfons, wie schön Euch zu sehen, was gibt es denn so Wichtiges, dass Ihr an einem heißen Tage wie diesem eine solche Strecke zurück legt?" fragte sie und knickste dann kurz.

"Ach Marja, wunderschöne Frau. Der Bürgermeister lässt eine große Bitte an Euch und Euren Gatten richten. Wir sind uns ja bewusst, dass Ihr euch aufs sehnlichste ein Kind in Eurem Hause wünscht und da euch die Natur dieses Wunder bisher verwehrt hat, möchten wir Euch bitten, ein fremdes Kind bei euch aufzunehmen. Wäre die Lage nicht so dringlich, würden wir eine solch unverschämte Bitte natürlich nicht an euch richten. Aber ihr wisst, nur wenige Familien in Bree sind in der Lage, noch ein weiteres Maul, als das ihrer eigenen Kinder zu stopfen. Und dieser kleine Junge braucht dringend ein Heim…"

Der Bote sah erleichtert aus, als er zu Ende gesprochen hatte, Meinulf sah nur seine Ehefrau an und Marja schien nach Worten zu ringen.
Ihr Herz sagte natürlich sofort ja und der Blick ihres Mannes sagte dies ebenfalls, aber sie musste wenigstens noch ein wenig in Erfahrung bringen.

"Ich weiß wirklich zu schätzen, dass Ihr uns solch eine verantwortungsvolle Aufgabe überlassen wollt und ich bin sicherlich nicht abgeneigt, Eurer Bitte nachzukommen. Aber einige Dinge möchte ich noch gerne in Erfahrung bringen, bevor ich mich entscheide."
Selbstbewusst, wie sie war, hatte Marja dies gesagt und Meinulf lächelte sie an.
Auch Alfons nickte mit einem Zwinkern in seinen Augen.

"Aber natürlich doch, meine Liebste, das ist der nächste Punkt, den ich zu berichten gedenke. Der kleine Junge ist heute früh von einer langen Reise aus dem Osten in Bree eingetroffen. Schwierige Umstände, derer wir selber nicht ganz im Klaren sind, machten es erforderlich, dass er so weit fort von seiner Heimat gebracht wurde. Die Herren, die ihn brachten, sind bereits wieder zurück geritten und nun ist dieses kleine Wesen ganz herrenlos in unserem Rathaus.
Wir konnten in Erfahrung bringen, dass er drei Jahre zählt und auf den Namen Artholon hört. Ja, ich weiß, seltsame Namen haben diese Menschen in den östlichen Gefilden. Gibt es sonst noch etwas, dass ihr gerne wissen möchtet? Ich kann Euch versprechen, dass es ein wunderschönes Kind ist, sehr wohl erzogen, das nur noch auf Euch wartet…"

Alfons verbeugte sich kurz vor Marja, deren Herz nun eindeutig die Oberhand gewonnen hatte. Sie blickte Meinulf an. "Wann können wir nach Bree abreisen?" fragte sie kurz und schon war ihr Mann auf dem Weg. "Sobald ich die Pferde vor unsere Kutsche gespannt habe!" hörte sie noch, bevor Meinulf in dem kleinen Pferdestall verschwand, den sie ihr Eigen nannten.

"Ihr hört nun, werter Alfons, wir werden so früh es geht aufbrechen, um den kleinen Artholon zu uns zu holen. Nun reitet zurück, um die frohe Botschaft zu berichten."
"Das werde ich mit Freuden tun!" strahlte Alfons, der sich schon wieder auf sein Ross geschwungen hatte und nun davon stob.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 29.06.2009, 18:12 
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Ooooooooooooooooh.... klingt nach einer kompletten Lebensgeschichte!!! :D

Ich freu mich, endlich mal wieder eine mittelerdliche Geschichte lesen zu können!! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 30.06.2009, 13:57 
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Oh, schön! Eine neue Geschichte!

Ich bin gespannt, wen sie da als Sohn bekommen werden ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 02.07.2009, 19:17 
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Haldirs Flötenspieler
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Danke für eure Antworten :) Und ja, es wird wohl eine komplette Lebensgeschichte und sicher noch dauern, bis sie fertig ist *ggg*

Und es geht auch schon weiter:

Am frühen Nachmittag erreichte das hoffnungsvolle Ehepaar das Rathaus von Bree und mit jedem Schritt, mit dem sie dem Vorplatz näher kamen, wurde Marjas Atem immer schneller. Dort stand der Bürgermeister und seine Gemahlin, bereits im gesetzten Alter, sah einem kleinen Kind beim spielen zu.
Strohblonde, wunderschön frisierte Haare konnte Marja erkennen und ein völlig ebenmäßiges Gesicht. Doch bevor sie näher kamen, eilte der Bürgermeister persönlich auf sie zu.
"Meine Lieben, wie wundervoll, dass ihr es einrichten konntet, so schnell nach Bree zu kommen. Ich bin überglücklich, dass der Kleine heute noch ein Heim bekommen wird. Allerdings hat unser guter Alfons eine wichtige Sache ausgelassen…" begann er, als würde er eine unheilvolle Botschaft überbringen wollen.
Marja stockte das Herz. War das Kind etwa krank? Oder war etwas anderes nicht in Ordnung mit ihm?
"Nun sagt schon, was ist es, was wir wissen sollten?" bohrte nun Meinulf nach.
"Keine Sorge, dieses Kind ist sehr gesund und das wird es wohl auch länger bleiben, aber…es ist kein Mensch. Meine Gemahlin kam soeben zu uns, um den Sprössling zu sehen und sie erkannte es sofort. Dieses Kind ist elbischer Herkunft. Es tut mir leid, dass Ihr es erst jetzt erfahrt. Solltet Ihr Euch doch anders entscheiden, so wäre das natürlich verständlich."
Aber Marja schüttelte den Kopf. "Nein, wir werden den Kleinen mitnehmen, ob Mensch oder Elb, wird es denn so ein großer Unterschied sein?" fragte sie.
Der Bürgermeister schüttelte erleichtert den Kopf. "Große Unterschiede werden erst später zu erkennen sein. Jetzt erkennt man das Kind nur an seinen Ohren, diesem perfekten Gesicht und daran, dass es noch kein Wort spricht. Elbenkinder lernen erst mit etwa 8-10 Jahren ihre Sprache zu nutzen. Allerdings wird der Kleine sicherlich schnell die unsere Sprache lernen, sie ist um vieles einfacher, als seine Heimatsprache."

Der Bürgermeister deutete nun seiner Gattin an, dass sie kommen sollte. Lächelnd nahm diese den kleinen Artholon an die Hand und führte ihn langsam zu seinen neuen Eltern. Große, angstvolle Augen, so grün, wie Marja sie noch niemals gesehen hatte, blickten schüchtern aus einem ebenmäßigen Gesicht, beinahe wie das einer Puppe.
Es war, abgesehen von der Kleidung, nicht zu erkennen, welchen Geschlechts dieses Kind war.
Marja lächelte nun und kniete sich vor den kleinen Jungen. "Artholon?" fragte sie nur, weil sie ahnte, dass der Kleine nichts verstehen würde, außer seinem Namen.
Sie sah ihm tief in die Augen und bemerkte nun, dass ein leichtes Lächeln seinen Mund überspielte. Langsam hielt sie ihm die Hand entgegen und nach einigem Zögern kam Artholon nun näher heran, vorsichtig, aber dennoch voller Vertrauen, legte er seine kleine Hand in ihre Große.
Marja ahnte, dass mit diesem Augenblick ihr gesamtes Leben anders verlaufen würde. Sie würde mehr über Elben lernen, als sie jemals erwartet hatte.

Die erste Lektion lernte sie, als sie sich bereits verabschiedet hatten und auf eine kleine Mahlzeit im tänzelnden Pony absteigen wollten. Von allen Seiten kamen neugierige Blicke auf dieses Kind, das so anders aussah.
Selbst als sie schon an einem der Tische saßen und eine ordentliche Mahlzeit aufgetischt wurde, spürte Marja immer noch diese Blicke. Aber sie störte sich nicht daran, es lenkte sie viel zu sehr ab, heraus zu finden, was ein Elbenkind aß.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 03.07.2009, 11:06 
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Saurons Spielzeug
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Ooooch...süüüß...der Kleine wird ein Elbbit!

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 05.07.2009, 20:18 
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Haldirs Flötenspieler
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Ein Ebbit? Das bedarf einer genaueren Erklärung bitte :)

Aber nun geht es weiter:


"Wasser stillt seinen Durst, das wissen wir nun…" schmunzelte sie Meinulf entgegen, als Artholon seinen Becher geleert hatte und, wie es ein Menschenkind es auch tat, die überschüssige Luft aufstieß.
"Und auch sonst ist er bisher wie einer von uns…"
Marja wischte mit einem Tuch über die reich bestickte Tunika in einem hellen Silber, die der Kleine trug, denn er hatte beim Trinken einiges verschüttet.
Bewundernd betrachtete sie die Blätter, aus denen die Stickereien bestanden. Noch niemals zuvor hatte sie solche gesehen. Der kleine Elb musste von weit her kommen.
Ein strahlendes Lächeln erhellte auf einmal das Gesicht ihres Zöglings.
Marja wusste nicht, warum Artholon sich so freute, aber sie war erleichtert, dass er diese weite Reise so gut überstanden hatte und die Trennung von seiner Familie anscheinend so gut überwand.
Sie verfolgte den Blick und erlangte Aussicht auf die Weintrauben auf dem Tisch.
"Möchtest du die essen?"
Sie nahm einen Strauch und legte ihn auf einen Teller, direkt vor Artholon. Dazu legte sie eine Scheibe Brot und etwas Käse. Es dauerte zwar ein wenig, aber dann begann das Kind mit großem Appetit zu essen.
Marja freute sich sehr, dass alles so problemlos gelang.
"Ich muss kurz raus gehen, ihr entschuldigt mich?"
Meinulf stand auf und verließ seine Beiden in Richtung Ausgang. Neugierig sah Artholon ihm hinterher und Marja lächelte.
"Iss Du mal schön weiter, wir haben noch eine längere Fahrt vor uns, ehe wir zu Hause sind…" erklärte sie, auch wenn sie wusste, dass die Worte nicht verstanden wurden. Artholon schien sich am Klang ihrer Stimme zu orientieren, denn er lächelte wieder und nahm den Käse. Als dieser ebenfalls aufgegessen war, kam Meinulf an den Tisch zurück und Artholon zeigte bittend auf den Krug mit Wasser.
Marja goss ihm noch ein wenig in den Becher. "Da hat aber jemand großen Durst…" sagte sie mit ganz sanfter Stimme.
"Du solltest auch mit ihm rausgehen, bevor wir die Rückreise antreten."
Meinulf stieß leise auf und nahm einen weiteren Schluck des goldenen Getränks, das er mit Genuss schluckte.
"Ich gehe ja davon aus, dass auch ein Elbling sein Wasser wieder loswerden muss…"
"Da hast du Recht, und ich weiß auch nicht, ob er sich in dieser Hinsicht schon von selber bemerkbar macht. Er ist noch so klein…" Marja seufzte und stand dann auf.
"Komm mal mit, mein Kleiner." sagte sie lächelnd und deutete Artholon an, dass er aufstehen sollte. Er folgte prompt und sie nahm ihn an die Hand, bevor sie nach draußen gingen.

Es dauerte eine gute Weile und Meinulf hatte bereits bezahlt und wartete vor dem Gasthaus, als er seine Frau samt Elbenkind hinter dem Haus hervorkommen sah.
"Es tut mir leid, dass du warten musstest, er wollte das Häuschen nicht betreten und hat furchtbar geweint. Ich weiß nicht wieso, aber vielleicht kennt er so etwas nicht. Und als er einmal so aufgeregt war, wollte ich ihn nicht weiter peinigen. Es dauerte einige Zeit ehe er sich wieder beruhigt hatte. Er ist auch sehr müde und wird wohl bald ein wenig ruhen. Ich bin sicher, er wird sich bemerkbar machen, sollte er eine Not verspüren." berichtete Marja, die ein wirklich erschöpftes Kind auf dem Arm hielt.
"Warte du mit ihm hier, ich werde seine Sachen aus dem Rathaus holen und mit der Kutsche hier her kommen. Setzt ihr euch ein wenig in den Schatten…ich werde um eine Decke bitten, dann können wir ihm auf der Ladefläche ein Bett herrichten."
Marja nickte dankbar und setzte sich auf die Bank vor dem Wirtshaus. Artholon schien angestrengt zu versuchen, seine Augen offen zu halten und Marja streichelte ihm liebevoll über die blonden Haare und die leicht geröteten Wangen.
Leise summte sie ein Schlaflied, wiegte ihn ein bisschen und nicht lange danach war Artholon eingeschlafen.
Wieder hatte sie etwas gelernt, nämlich, dass Elbenkinder wohl doch mit geschlossenen Augen schliefen und auch wie die kleinen Menschen ihren Schlummer brauchten.

Die Sonne ging bereits unter, als sie die Auffahrt zu ihrem Haus erreichten und Marja ein immer noch schlafendes Kind ins Haus trug. Im oberen Stockwerk hatte sie ein Zimmer neben den ehelichen Gemächern, das bereits auf Nachwuchs vorbereitet war.
Dort brachte sie Artholon hin und weckte ihn sanft, bevor sie ihn vorsichtig auszog.
Der Kleine war völlig schlaftrunken und beobachtete nur mit halber Aufmerksamkeit, wie Marja seine mitgebrachte Tasche auspackte, auf der Suche nach einem Nachthemdchen. Seine größere Aufmerksamkeit wandte sich dem Bären zu, der auf dem Kopfkissen seines neuen Bettchens lag.
Marja hatte ihn in stundenlanger Arbeit handgefertigt und sie freute sich, dass er nun endlich einen kleinen Besitzer gefunden hatte.
"Der gehört jetzt dir, mein Hübscher…" sagte sie leise.
Mittlerweile hatte sie einige bestickte Kleidungsstücke in den Schrank eingeräumt, aber ein Nachtgewand war nirgends zu entdecken. Ebenfalls nichts, dass an Leibwäsche erinnerte, außer einigen schmuddeligen Leinentüchern, die wohl als Windeln dienen sollten.
Sofort legte Marja sie zur Seite, um sie zu vernichten.

Zum Glück hatte sie viel Zeit für Ihre Handarbeiten gehabt und fand nun schnell ein Hemdchen in der passenden Größe und auch Windeln, sollten sie noch gebraucht werden.
Allerdings war das Bett leer, als sie sich umwandte und der kleine Nackedei, der eben noch dort gesessen hatte, war samt Bär verschwunden.

"Artholon?" rief sie erschrocken und eilte aus dem Zimmer. "Wo bist du denn hin?"
Nun ging sie eilig nach unten, aber auch dort war niemand. "Meinulf? Artholon!"
Sie seufzte sorgenvoll. Der erste Abend und schon war der Kleine entwischt.
Mit angstvollen Gedanken an den Bach hinter dem Haus stürzte sie hinaus und hörte auf einmal ein Männerlachen. Kurz darauf folgte das helle Gekicher des Elbenkindes.
Sie folgte den Geräuschen und sah Meinulf, der den Kleinen unter den Armen gepackt hatte und in Richtung Haus trug.
"Dieser Winzling hier hat dein Gemüsebeet begossen…nicht ganz zielsicher, wie es mir schien. Morgen werde ich ihm wohl von Mann zu Mann zeigen müssen, wo der Ort für solche Dinge ist…" scherzte Meinulf und stellte Artholon vor Marja ab, die ihm das Hemdchen überzog und schmunzelte.
Der Kleine war sich keiner Schuld bewusst, denn er war noch nicht ganz den Windeln entwachsen und bisher kannte er nur die freie Natur, denn die Hinreise war sehr lang und aufregend gewesen und hatte nur durch unbewohnte Gebiete geführt.
Aufgrund einiger, notwendiger Umwege waren seine beiden Beschützer und er beinahe ein Jahr unterwegs gewesen und Artholon erinnerte sich gar nicht mehr an seine Heimat, geschweige denn an seine Verwandten.
Denn nicht mal zwei Jahre nach seiner Geburt wurde er eiligst fortgebracht. Den Grund wussten nur die Elben in seiner Heimat und auch nur dort würde er ihn jemals erfahren können.

Es gab noch allerhand zu lernen. Für die frischgebackenen Eltern, aber auch für das kleine Elbenkind, das bisher auf Mallorn-Bäumen gelebt hatte, denn es stammte aus dem goldenen Wald Lothlorien, von dem bislang nur Legenden das Breeland erreicht hatten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 05.07.2009, 20:38 
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Saurons Spielzeug
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Awwww... ein Elbenkind. Ich hab es geahnt. Wie süß. Ein Elbenkind, das bei Hobbits aufwächst. Also wenn das nicht mal ein Elbit ist *freu*. Die Geschichte gefällt mir wirklich sehr und ich bin sehr gespannt, was ein kleiner Elb in der Welt der Hobbits so erlebt.

Die ersten Aufregungen haben sie ja jetzt schon hinter sich. Und einen Bär hat er auch. Glückliches Elbit *strahl*.

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Lorien nach Bree
BeitragVerfasst: 06.07.2009, 07:47 
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Haldirs Flötenspieler
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Nein, nicht ganz *lach*

Es wächst bei Menschen auf :)


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