Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von AnimA » 18.10.2004, 17:08

Jaaaa, das ist eines ihrer Bilder, Sulamith Wülfing hat so wunderbare Bilder geschaffen, Traumwelten, voller Ritter,Elfen, jaaa, und auch zu Märchen gibt es Bilder von ihr,...ich oute mich mal als ganz grosser Fan dieser Künsterin!!!!
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 19.10.2004, 20:37

das bild ist wirklich traumhaft... unglaublich, wieviele nuancen gold hat...

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 20.10.2004, 16:18

Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes
einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen
nur Meer

Nur Meer

(Erich Fried)

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 17.11.2004, 19:59

für dich...

... oft sehn sich unsre seelen tagelang nicht.
und meine, dürstend, deine zu entdecken,
will ihre arme aus dem alltag strecken,
schaut hinter deines lachens rosenhecken
und lugt und lauscht und findet ihren klang nicht.

aber ich ahne an abendrainen
werden wir unsere seelen uns zeigen.
und aus der meinen und aus der deinen
werden gestalten der stille steigen,
die sich leise entgegenweinen...

(r.m.r.)

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von AnimA » 17.11.2004, 23:09

Ohhh, *tief atmet*, ist das schööön!!!

*ganz andächtig dasitzt, und das Gedicht wirken lässt*
Zuletzt geändert von AnimA am 17.11.2004, 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Alienne » 18.11.2004, 06:58

oh jaaaa...wirklich sehr schööön...seufz
hätte auch schön in meinen rosengarten gepasst...

aber ich weiß schon, wem ich das schenken werd...tiefseufz...
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Lacrima » 22.11.2004, 09:40

Dies habe ich gerade gefunden und es ist einfach nur schön. Ich kann mich den Zeilen einfach nur anschließen.


Alleine geboren-alleine sterben..?


Denk immer daran: Du wirst alleine geboren und musst alleine sterben. In der Zwischenzeit arrangierst du dich.

Was ist,wenn das nicht stimmt?
Was ist, wenn man gar nicht alleine geboren wird?
Wird man dann auch nicht alleine sterben müssen?

Bruder, ich weiß, wir sind sehr unterschiedlich.
Bruder, ich weiß, da sind so viele Dinge, die wir nicht teilen.

Es gibt vieles, was uns trennt und der Alltag baut eine Mauer zwischen uns auf.
Nie werde ich verstehen können, was Fußball, Handball, Rugby oder Motorräder interessant macht.
Nie wirst du verstehen können, was "The White Stripes", "Charmed", "Buffy", Lippenstifte und Kleidung interessant macht.

Nie werden wir uns in der Schule wie beste Freunde verstehen können.
Aber dennoch weiß ich, dass, hinter geschlossenen Türen, fern von meinen Freundinnen und deinen Kumpels, diese Mauer auf ein mal nicht mehr da ist.
Und dennoch bin ich ganz sicher das du mir auch vor deinen Kumpels helfen würdest, würde ich Hilfe brauchen.

Wir sind verschieden, getrennt, und doch gleich und untrennbar.
Wir sind kein doppeltes Lottchen und keine Seelenverwandte, aber doch sind wir auf einer anderen Ebene untrennbar, auf einer Ebene, die niemand erahnen kann.

Ich wurde nicht alleine geboren. Ob ich alleie sterben werde, weiß ich noch nicht. In der Zwischenzeit werde ich mich mit allen Menschen arrangieren müssen, außer mit dir.

Du warst immer da und du wirst immer da sein.
Zuletzt geändert von Lacrima am 22.11.2004, 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 22.11.2004, 12:24

<img src="http://www.turm-der-buecher.de/_smilies/froehl01.gif"> manchmal tut es einfach gut, zu wissen, dass die wirklichen bindungen unter allen momentanen befindlichkeiten und äußerlichkeiten bestand haben...

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 25.11.2004, 12:43

MAIENREGEN

Du hast deine warme Seele
Um mein verwittertes Herz geschlungen,
Und all seine dunklen Töne
Sind wie ferne Donner verklungen.

Aber es kann nicht mehr jauchzen
Mit seiner wilden Wunde,
Und wunschlos in deinem Arme
Liegt mein Mund auf deinem Munde.

Und ich höre dich leise weinen,
Und es ist - die Nacht bewegt sich kaum -
Als fiele ein Maienregen
Auf meinen greisen Traum.

(Else Lasker-Schüler)

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 22.01.2005, 17:01

*...*

Das verlorene Lächeln

Als ich heute in heitern Träumen
durch die kalte Herbstwelt zog
sah ich, wie in kalten Bäumen
ein verlornes Lächeln flog.

Voller Wehmut war es, trauernd,
halb erfroren, todesmatt.
Und ich fragte es bedauernd,
wer es wohl verloren hat.

Und es flüstert: Wie Sie sehen
ohne Bleibe ganz und gar,
muß ich sterben und vergehen,
find ich nicht ein Lippenpaar.

Und ich rief´s zu mir hernieder
und ich brachte dir den Fund.
Neu erblühen sah ich´s wieder
heute nacht auf deinem Mund.

(Michael Ende)

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Glorfindel » 22.01.2005, 17:08

*seufz* das Gedicht macht mich todtraurig. Aber es ist wunderschön.
Sind meine Dämonen Hasen oder sind meine Hasen Dämonen?




<img border="0" src="http://tickers.TickerFactory.com/ezt/d/ ... /event.png">

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Beitrag von Amélie » 22.01.2005, 17:17

dabei sollte es doch ein kleinwenig hoffnungsvoll sein... <img src="http://images.rapidforum.com/images/i25.gif" border="0">

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Beitrag von AnimA » 22.01.2005, 19:40

Ohh, jaaaa, eigentlich könnte das Gedicht, das gerettete Lächeln heißen,...sooo schön!!!!
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Lacrima » 16.03.2005, 09:42

Versuch es

Stell dich mitten in den Regen,
glaub an seinen Tropfensegen
spinn dich in das Rauschen ein
und versuche gut zu sein!

Stell dich mitten in den Wind
glaub an ihn sei ein Kind -
lass den Sturm in dich hinein
und versuche gut zu sein!

Stell dich mitten in das Feuer,
liebe dieses Ungeheuer
in des Herzens rotem Wein -
und versuche gut zu sein!


Wolfgang Borchert


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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 16.03.2005, 21:53

wunderschön und sehr inspirierend... <img src="http://www.turm-der-buecher.de/_smilies/froehl01.gif">

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Alienne » 17.03.2005, 08:19

oh ja, wolfgang borchert mag ich sehr...
-u war mein abi thema in deutsch ;o)) .....boah...lang lang ist's her... -
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Byron » 20.03.2005, 10:57

Sonett LXXXVII

Leb' wohl, du stehst zu hoch für mich im Wert
Und bist von deinem Vorzug unterrichtet.
Dein Ruhm hat einen Freibrief dir gewährt
Und meine Rechte all auf dich vernichtet.
Mein wurdest du allein durch freie Gabe,
Nicht mein Verdienst gewann dies reiche Glück;
Wie ich kein Recht auf soviel Schönheit habe,
So fällt die Schenkung heut an dich zurück.
Du gabst dich mir, dir selber unbekannt,
Und kanntest wohl auch den Empfänger nicht!
Ein Irrtum nur gab meinem Glück Bestand,
Das mit Erkenntnis jäh zusammenbricht.
Mein warst du nur in holder Träume Reich,
Da war ich König; wach - dem Bettler gleich!

Shakespeare
Haut hielt dich nicht auf, du hast mich durchdrungen, bis unter die Herzhaut deine Liebe gesungen, und nun ziehst du sie ab.

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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Lacrima » 20.03.2005, 12:12

wirklich schön *schnief*
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Lacrima » 20.03.2005, 23:42

Wie schön und still und sanftgewiegt,
Der erste Schlag des Todes liegt,
So liegt auch Hellas still und hehr,
Noch Hellas, doch es lebt nicht mehr,
So grabesschön, so lieblich kalt,
Doch seelenlos – Dich schaudert bald.
Liebreiz' im Tod sind ihm verlieh'n,
Die nicht mit fließendem Leben flieh'n:
Unheimlich schöner Farbenduft
Der ahnungsvolle Schmuck der Gruft,
Des Lebens Dämmerung bleich und fahl, Ein Glorienschimmer um ein Todtenmahl,
Der sterbenden Empfindung Abschiedsstrahl,
Funk einer Gluth, die himmlisch wohl entstand –
Sie glimmt, doch wärmt nicht mehr ihr Lieblingsland.

Lord Byron
In: "The Giaur" (1813)
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Re: Nicht unseres Geistes und doch bedeuten sie uns viel.

Beitrag von Amélie » 22.03.2005, 11:44

Du bist zart
Wie die Fingerabdrücke
Der Vögel im Schnee.
Du bist traurig
Wie die Pinie am Berg
Mit dem zerzausten Haar.
Du bist süß
Wie die Datteln
Biblischer Palmbäume.
Und ich betrüge dich,
Gerade weil du so sanft bist
Und so vollendet traurig.

(Claire Goll)

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