Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt. (Otto Fürst von Bismarck)




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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 17.10.2004, 12:34 
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Saurons Spielzeug
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Ich weiß, is eher traurig... aber ich musste grad kichern *versuchthatsicheinemännlichebriefmarkevorzustellen*

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 20.10.2004, 08:22 
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Elronds Augenbrauenzupfer
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an dieser stelle stand einst eine wunderschöne lied-rose von david poe, die aus gegebenem anlass der schere zum opfer fallen musste.... <img src="crying.gif" border="0">

<img src="http://www.onlinekunst.de/neuhaus/rote_rose_inga.jpg">

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Narrete Küeh hend spinnende Kälble.
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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 21.10.2004, 12:48 
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Cirdans Ankerwerfer
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Du bist in meinen Armen eingeschlafen,
und Deine wirren Haare lagen dicht
an meiner Schulter. Meine Blicke trafen

fast scheu Dein wehrlos offenes Gesicht,
als würden sie ein Heiligtum entweihen,
das sie zu hüten hätten, aber nicht

betreten durften. Kannst Du mir verzeihen,
dass ich Dich küsste, dass ich Deine Nacht
nicht ganz von meiner Nähe zu befreien

vermochte? Und Du bist nicht aufgewacht,
als ich den Mund auf Deine Schläfe legte
und spürte, wie sich die geheime Macht

des Blutes darin auf und ab bewegte …

(Annemarie Bostroem)

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 26.10.2004, 16:01 
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Herzensbrecher

Herzensbrecher
welch' glutvolle Worte
du zu mir sprichst
wie verlockend die Lippen
zum Kusse schürzt

Herzensbrecher
wie sinnlich und tief
du mir in die Augen blickst
zärtlich mit deinen Fingern
meine Haut berührst

Herzensbrecher
nimm die Hände zurück
sie sind noch blutig
von deinem letzten Opfer
dessen Herz du gebrochen

© Leander Suckfüll


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 26.10.2004, 16:07 
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Karoline von Günderrode




Der Kuß im Traume,



Es hat ein Kuß mir Leben eingehaucht,
Gestillet meines Busens tiefstes Schmachten,
Komm, Dunkelheit! mich traulich zu umnachten,
Daß neue Wonne meine Lippe saugt.

In Träume war solch Leben eingetaucht,
Drum leb' ich, ewig Träume zu betrachten,
Kann aller andern Freuden Glanz verachten
Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht.

Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen,
Es schmerzt mich seines Lichtes eitles Prangen
Und mich verzehren seiner Sonne Gluthen.
Drum birg dich Aug' dem Glanze irrd'scher Sonnen!
Hüll' dich in Nacht, sie stillet dein Verlangen
Und heilt den Schmerz, wie Lethes kühle Fluthen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 26.10.2004, 18:55 
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Elronds Augenbrauenzupfer
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Erich Fried

Das Unmögliche

Ich muß
mein Kissen küssen
auf dem du gelegen hast

Ich muß
meine Finger küssen
die dich liebkost haben

Ich muß
meine Zunge küssen
aber das kann ich nicht

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 02.11.2004, 23:57 
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City
» Zieh Dich Aus

So wie der Hund zum Vollmond heult,

so wie die Gier das Blut verbeult,

so soll es sein für immer

in unserem Zimmer.


Sobald es hinterm Auge pocht,

solang die Frage glimmt im Docht.

Woher wir stammen

sind wir auch zusammen.


Zieh dich aus, zieh dich aus,

zur Feier des Tages ganz nackt.


Was immer auc die Zukunft bringt,

du weißt nicht wie das Pendel schwingt.

Ob überhaupt je wieder,

vielleicht fällt es nieder.


Die Schönheit ist so messerscharf,

sie schneidet nur, was bluten darf.

Sie läßt sich nicht erweichen

und möchte niemals reichen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 25.11.2004, 07:13 
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für moaoA: <img src="http://www.turm-der-buecher.de/_smilies/liebe08.gif">


Nachts, wenn das Pendel der Liebe schwingt
zwischen Immer und Nie,
stößt dein Wort zu den Monden des Herzens
und dein gewitterhaft blaues
Aug reicht der Erde den Himmel.

Aus fernem, aus traumgeschwärztem
Hain weht uns an das Verhauchte,
und das Versäumte geht um, groß wie die Schemen der Zukunft.

Was sich nun senkt und hebt,
gilt dem zuinnerst Vergrabnen:
blind wie der Blick, den wir tauschen,
küßt es die Zeit auf den Mund.

-Paul Celan-

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 25.11.2004, 12:07 
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Nazgûls Zureiter
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*betet: Bitte, bitte, lass mich im richtigen Thread sein*

Ich habe heute Nacht was geträumt, was mich so weit verfolgt hat, dass auch auch jetzt, drei Stunden nachdem ich aus diesem Traum aufgewacht bin, immer noch davon berührt werde. Ich glaube, dass es etwas mit einer Geschichte zu tun hat, die ich gestern hier im Saal las, und damit, dass man große Liebe wohl nie wirklich vergessen und hinter sich lassen kann. Heute Nacht hat er mich in meinem Traum besucht. Zumindest sehe ich es gerne so. Deswegen ist dieses Gedicht auch für ihn.



Widmung


Für Oliver





Nur ein Traum


Heute Nacht
Hat mein Traum dich wieder zu mir gebracht.
Ich sah mal wieder in deine Augen
Und ich möchte immer noch so gerne glauben,
dass es noch lang nicht alles war,
doch du bist nicht mehr da.

Was sah ich deine Lippen,
süß und voll,
wie sie meine berühren soll’n.
Doch ich kann dich nicht drum bitten,
das wäre wohl zu toll,
drum werde ich hier weiter mich wippen
und fragen, was dieser Traum mir sagen soll.

Dein Haar, so blond und fein wie immer,
ich griff hinein, ich spür’s noch immer,
wie es in meinen Händen lag.
Dein Blick, der mehr als Worte sagt,
und doch,
ja, das weiß ich noch,
es ist nur ein Traum gewesen,
und du wirst dies hier niemals lesen.

Und ich wacht auf,
aus kalter, dunkler Nacht.
Und frag mich, welche Macht,
mir damit wohl was sagen will.
Erfahren werde ich’s wohl nie,
und ich beneide sie,
die nun an deiner Seite liegt.

Doch sei du nur glücklich,
denn so sollte es sein,
denn irgendwann bringt mir hoffentlich die Zeit
auch jemanden an meine Seite.
Doch schmerzt es immer noch so sehr,
dass ich dich auch geben musste als Freund her.



geschrieben von "Deiner Kleinen" Bettina/"Betty"


Zuletzt geändert von ChocoBetty am 25.11.2004, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 13.12.2004, 15:49 
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Cirdans Ankerwerfer
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@alienne... das gedicht von celan ist wunderbar, eins der schönsten von ihm...

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 20.12.2004, 02:09 
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Saurons Spielzeug
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Unbelehrbar

und hätte ich hundert Leben
würde ich den gleichen Fehler
immer wieder begehen...

mich nach Liebe sehnen
dafür alles geben
die Gefahr missachtend...

dabei unterzugehen!


Leander Suckfüll

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 20.12.2004, 12:46 
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Gandalfs Stabschnitzer
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*Hach sag*, süße... hatten wir ja gestern im Chat schon. Hatte ich Dir vorhin per Mail noch eins aus dem anderen Buch geschickt? das irgendwie vergessen hab <img src="http://images.rapidforum.com/images/i19.gif" border="0">

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Stockades, gnomer, SM <br>
Won't you join me, on an instance farming run<br>
Let me hit the vendor, free up some bag space<br>
Once I repair, I'll be good to go<br>

World of Warcraft is a feeling<br>

Who needs a social life?

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 21.12.2004, 22:41 
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Galadariels Laubsammler
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Wohnort: Thüringen
So eben kam mir dieses Gedicht in die Finger:

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.
Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

Christian Morgenstern, 1908

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Man muss ja nicht unbedingt in die alten Fehler verfallen. Wahrhaft belebend dürften ganz neue wirken.
Gerd W. Heyse


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 29.12.2004, 09:51 
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Selma Meerbaum-Eisinger (1924-1942)

Poem

Die Bäume sind von weichem Lichte übergossen,
im Winde zitternd glitzert jedes Blatt.
Der Himmel, seidig-blau und glatt,
ist wie ein Tropfen Tau vom Morgenwind vergossen.
Die Tannen sind in sanfte Röte eingeschlossen
und beugen sich vor seiner Majestät, dem Wind.
Hinter den Pappeln blickt der Mond aufs Kind,
das ihm den Gruß schon zugelächelt hat.

Im Winde sind die Büsche wunderbar:
bald sind sie Silber und bald leuchtend grün
und bald wie Mondschein auf lichtblondem Haar
und dann, als würden sie aufs neue blühn.

Ich möchte leben.
Schau, das Leben ist so bunt.
Es sind so viele schöne Bälle drin.
Und viele Lippen warten, lachen, glühn
und tuen ihre Freude kund.
Sieh nur die Straße, wie sie steigt:
so breit und hell, als warte sie auf mich.
Und ferne, irgendwo, da schluchzt und geigt
die Sehnsucht, die sich zieht durch mich und dich.
Der Wind rauscht rufend durch den Wald,
er sagt mir, daß das Leben singt.
Die Luft ist leise, zart und kalt,
die ferne Pappel winkt und winkt.

Ich möchte leben.
Ich möchte lachen und Lasten heben
und möchte kämpfen und lieben und hassen
und möchte den Himmel mit Händen fassen
und möchte frei sein und atmen und schrein.
Ich will nicht sterben. Nein!
Nein.
Das Leben ist rot,
Das Leben ist mein.
Mein und dein.
Mein.

Warum brüllen die Kanonen?
Warum stirbt das Leben
für glitzernde Kronen?

Dort ist der Mond.
Er ist da.
Nah.
Ganz nah.
Ich muß warten.
Worauf?
Hauf um Hauf
sterben sie.
Stehn nie auf.
Nie und nie.
Ich will leben.
Bruder, du auch.
Atemhauch
geht von meinem und deinem Mund.
Das Leben ist bunt.
Du willst mich töten.
Weshalb?
Aus tausend Flöten
weint Wald.

Der Mond ist lichtes Silber im Blau.
Die Pappeln sind grau.
Und Wind braust mich an.
Die Straße ist hell.
Dann...
Sie kommen dann
und würgen mich.
Mich und dich
tot.
Das Leben ist rot,
braust und lacht.
Über Nacht
bin ich
tot.

Ein Schatten von einem Baum
geistert über den Mond.
Man sieht ihn kaum.
Ein Baum.
Ein
Baum.
Ein Leben
kann Schatten werfen
über den
Mond.
Ein
Leben.
Hauf um Hauf
sterben sie.
Stehn nie auf.
Nie
und
nie.

7.7.1941

_________________
Sind meine Dämonen Hasen oder sind meine Hasen Dämonen?




[url=http://www.TickerFactory.com/"><!CRLF]<img border="0" src="http://tickers.TickerFactory.com/ezt/d/4;10722;117/st/20090315/e/6+Jahre+Eo%60Glory/k/90b2/event.png">[/url]


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 29.12.2004, 12:14 
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Elronds Augenbrauenzupfer
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Christina Rossetti
(1830-1884)

Mein Herz ist wie ein singender Vogel

Mein Herz ist wie ein singender Vogel,
des Nest gebaut an rauschendes Wehr.
Mein Herz ist wie ein Apfelbaum
mit Ästen hangend von Früchten schwer.
Mein Herz ist wie eine schimmernde Muschel,
friedlich treibend durch stilles Meer.
Mein Herz ist nimmermehr beklommen,
denn mein Liebster ist gekommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 12.02.2005, 11:39 
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Nichts weiter wird geschehen

Die Fenster stehen sommerheiß
Und müssen den Stunden nachsehen,
Die draußen vorübergehen.
Der Stunden Füße sind leis'.

Durch die stillen Fenster im Haus
Sieht die Zeit herein und hinaus,
Und nur der Verliebte weiß:

Nichts weiter wird geschehen,
Wie die Zeiten sich auch drehen,
Alles Blut geht im Kreis,
Und rund um die Lieb' geht der Stunden Reis'.

(Max Dauthendey)

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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 27.02.2005, 01:06 
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Lisa Baumfeld





Une page d'amour

Er liebte sie mit trunk'nem Lebensfieber ...
Er lechzte, aus dem weißen Feenleib
Ihr tiefstes Räthsel durstig einzusaugen ...
So liebte er, und seine Liebe war
Ein heidnisch Lied und duftete nach Rosen
Und feuchter Erde ...
Die er liebte, war
Ein schmächtig Weib mit märchenblauen Blicken,
Und bleicher Hand und dämm'rig blondem Haar,
Und lauter Duft, der blaß in Farben schimmert,
Und lauter Psyche war sie und Musik ...
Sie liebte ihn mit scheu erhob'nen Augen,
Mit schmerzlich tiefem, ungesproch'nem Drang
Zu Füßen ihm, die Seele zu verbluten,
Ihr Leben ihm und Blumen hinzustreu'n ...
In glückgeschwellter, betender Ekstase.

So liebte sie ... Und ihre Liebe war
Wie Glockenton und duftete nach Äther
Und Weihrauch ... Aber er verstand sie nicht.

Und endlich kam der Tag, der sie vereinte,
Und endlich kam die Nacht ...
Ein Junimond
Sah weit und sinnend in den schwülen Garten
Und perlte lichte Thränen in den Fluß,
Und weinte auch in den Akazienästen,
Die wirr entbrannt in weißen Phantasien.
Der heiße Mann stand nah' dem Flußgelände
Und preßte wild das weiße Weib an sich -
- Wie kalt du bist, mein schönes Weib!« -
»Mich fröstelt!« ...
- »O, hörst du nicht, wie lauer Abendwind
Mit jenen Zweigen kost? Er küßt die Blüten,
Sie flattern ihm zu Füßen, liebeschwer ...
Der Abendwind und jene Blüten lieben -
Wie du und ich!«
Sie schüttelt den Kopf:
- »Ich hör' ihn anders ... sieh' der Abendwind
Liebt all die weite Schöpfung, darum irret
Er ewig rastlos, darum sehnt er sich,
Der Schöpfung Märchenseele auszutrinken ...
In schauernd tiefer, unentweihter Liebe ...
Weil sie einander ewig Räthsel sind,
Wie du und ich!«
Doch er rief angstvoll, drohend:
»O, du bist krank! Bei dir ist die Natur
Zu wolkenfeinem Seelenhauch verflüchtigt!
Ich heil' das Leid. Komm', folge mir ins Haus!

Ich bin ein Mann mit athmend schnellen Pulsen,
Und ford're Mannesrecht ...« Sie zuckte auf,
Mit fremder Stimme flehend: »Eine Frage!«
- »Gewiß, du seltsam Weib. Bin ich es nicht,
Der alle Räthsel für dich lösen soll?«
Und zitternd frug sie: »Auch das große Räthsel
Der reinen Liebe, ewig unentweiht?«

Ihr Auge sprühte Geisterglanz ... ihm graute ...
»Und weißt du,« frug sie, »daß es Liebe gibt,
Die nicht im Krampf der warmen Glieder glutet, -
Die himmlisch ist und Seel' an Seele zieht
In körperloser, ewiger Verschmelzung?«
Er sagte stammelnd: »Schönes, blasses Weib ...
Ich wollt' dich ja so gerne glücklich machen ...«
- Ein Jubelschrei ... sie faßte das Gelände -
»Mir nach, Geliebter! ...« Weh! Und sie verschwand.
Er stürzte nach, und beide sanken, sanken
In unentweihter, ewiger Umarmung ...

Rings wieder stille; leise wob die Nacht,
Der Mond goß lichte Perlen auf das Wasser,
Und sehnend trank der irre Abendwind
Der weiten Schöpfung ew'ge Märchenseele ... -


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 09.03.2005, 15:10 
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Frodos Fußrasierer
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Wohnort: [VERBORGEN]
FEENTANZ


Unter meinen Lidern fließen Tränen,

die muß ich alle weinen.

Immer möchte ich mich losreißen,

um mit den Feen fortzuschweben,

luftatmen in den Winden

unter bunten Wolken.

Oh, ich bin so traurig -

die Sterne wissen es.

Es ist viel samtiger Duft

und nahende Dämmerung um mich.

An Deinem übermütigen Herzen

meine Flügel brachen

und die kleinen Schmetterlinge

fielen matt von ihren Nektarblüten.

All das zitternde Flattern

will wieder tanzen.

Und ich möchte schweben

mit den Feen fort.

(Alina Strunzelwerth)

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Haut hielt dich nicht auf, du hast mich durchdrungen, bis unter die Herzhaut deine Liebe gesungen, und nun ziehst du sie ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 09.03.2005, 15:12 
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Frodos Fußrasierer
Frodos Fußrasierer

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Wohnort: [VERBORGEN]
Dein Zauber
Wenn ich mit Dir geh´,
erleuchtet der dunkelste Pfad
durch die Funken aus Deinen Augen.

Die sonnenbestreuten Blätter der Bäume
sind aus Gold gegossen.
Die Knospen auf den Pflanzen erblühn.
Die Schneebäche erglänzen wie Juwelen.

Aus dem Regen fallen Perlen.
Die Straßen tragen Girlanden.
Verschlossene Türen öffnen sich.

In den staubigsten Gassen
leuchtet auf einmal die Morgenröte.
Und in mondfinsterer Nacht
rauscht Sternenstaub hernieder
zur Freude für Dich, für mich.

(Elvira Münz)

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Haut hielt dich nicht auf, du hast mich durchdrungen, bis unter die Herzhaut deine Liebe gesungen, und nun ziehst du sie ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Liebestaumel (Liebesgedichte aller Art)
BeitragVerfasst: 09.03.2005, 20:25 
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Eva Strittmatter

WIDMUNG

Ich würde gerne etwas sagen,
was dir gerecht wird und genügt.
Du hst mich, wie ich bin, ertragen
und mir, was fehlte, zugefügt.

Es ist nicht leicht mit mir zu leben.
Und oft war ich dir ungerecht.
Und nie hab ich mich ganz ergeben.
Du hattest auf ein Ganzes Recht.

Doch ich hab viel für mich behalten.
und dich ließ icch mit dir allein.
Und du halfst mir, mich zu gestalten.
Und: gegen dich, mir treu zu sein.

(in gewisser Weise und in gewissen Teilen für moaoA; vielleicht vorausschauend.....)

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